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Profil

Seit 150 Jahren machen wir an der christlichen Hildegardisschule Mädchen stark und selbstbewusst durch gute Bildung und aufmerksame Begleitung ihrer persönlichen Entwicklung.

Die Hildegardisschule in Bingen ist eine private Mädchenschule in Trägerschaft des Bistums Mainz mit einer langen Tradition, 1864 gegründet als Maria-Ward-Schule. Um verschiedenen Persönlichkeiten und Begabungen gerecht zu werden, bieten wir  zwei Bildungsgänge an: Gymnasium und Berufsbildende Schule, ein Wechsel zwischen beiden ist möglich und wird von intensiver Beratung begleitet. Wir bieten eine Ganztagesbetreuung für Klasse 5 und 6 im Klassenverband an, für die Jahrgänge 7 und 8 in Angebotsform. Schulgeld wird nicht erhoben, die Abschlüsse sind staatlich anerkannt, wir unterrichten nach den Lehrplänen des Landes Rheinland-Pfalz.

Basis unserer Erziehungsarbeit ist das christliche Menschenbild, das in jedem Menschen das Ebenbild Gottes sieht. Der Wert des Menschen ist unabhängig von sozialer Stellung, finanziellen Mitteln und geistigen oder körperlichen Fähigkeiten. Der Mensch ist „zur Freiheit berufen“, „der Verantwortung gegenüber sich selbst, dem Nächsten und Gott verpflichtet“. Daraus ergibt sich, dass wir jedes Mädchen in seiner individuellen Entwicklung nach besten Kräften unterstützen. Lehrer und Lehrerinnen bilden zusammen mit den Eltern der Schülerinnen eine Erziehungsgemeinschaft, welche auf gemeinsamen Werten basiert.  An der Hildegardisschule gibt es ein vielfältiges Unterstützungssystem (u.a. durch die Schulseelsorge und die Schulpsychologin), um die Mädchen gerade in der schwierigen Zeit der Pubertät zu begleiten.

Die Mädchenschule ist nur auf den ersten Blick ein eher traditionelles Format. Sie bietet auch heute Mädchen die Chance, ihre Stärken und Fähigkeiten möglichst frei von Festlegung durch Rollenklischees zu erproben und selbstbewusst zu entfalten. Gerade in den mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächern ermöglicht dieses Modell positive Erlebnisse und ein Bewusstsein der eigenen Leistungsfähigkeit: Wir haben in jedem Jahrgang der gymnasialen Oberstufe Leistungskurse in Mathematik und allen Naturwissenschaften, einen Grundkurs Informatik sowie intensive und erfolgreiche Teilnahme unserer Schülerinnen an entsprechenden Wettbewerben wie Jugend forscht.

Im Zuge vieler Reformen veränderte sich der Fächerkanon in den Schulformen der berufsbildenden Schule z. T. gravierend. Neben den bekannten allgemeinbildenden Fächern wird in fast allen hier geführten Schulformen und Fachrichtungen das Kernfach Berufsbezogener Unterricht (BBU) erteilt, dessen Inhalte oft nur noch wenig mit den alten, klischeebehafteten Fächern zu tun haben. Das trifft insbesondere für die Fachrichtung Hauswirtschaft zu, in der die fachpraktischen Inhalte reduziert wurden zugunsten der theoretisch ausgerichteten Inhalte. Trotzdem bleibt ein hoher und wichtiger Praxisbezug erhalten. Festzumachen ist dies z. B. an einer Projektarbeit – als Teil der Abschlussprüfung in den höheren Berufsfachschulen – in der die Mädchen und jungen Frauen in Kooperation mit einer Einrichtung oder einem Betrieb ein Projekt planen, durchführen und vor einer Prüfungskommission präsentieren müssen. Die dazu notwendigen Kenntnisse und Kompetenzen werden ihnen im Fach Projektmanagement vermittelt.
 
Mädchen werden bei uns in allen Bereichen intensiv gefördert, dazu gehören selbstverständlich auch als „mädchentypisch“ geltende Fächer und Fähigkeiten wie Fremdsprachen, Kommunikationskompetenzen und kreative Gestaltung. Sichtbarer Ausdruck dieses Schwerpunktes ist das „Haus der Kunst“, welches Fachräume für Musik und Bildende Kunst beherbergt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Stärkung der Mädchen und jungen Frauen, selbstbewusst ihre Rolle in der Gesellschaft wahrzunehmen, sich am gesellschaftlichen Diskurs zu beteiligen und ihre eigenen Interessen sowie die anderer zu vertreten. Nächstenliebe und soziales Engagement sind essenzieller Bestandteil unserer Schulkultur, die sich z. B. in Projekten mit unseren Partnerschulen in Tanzania und Simbabwe äußert.

In diesem Sinne ist Hildegard von Bingen eine hervorragende Patronin für eine Mädchenschule, da sie in wissenschaftlicher, kreativer und politischer Hinsicht ein inspirierendes Vorbild sein kann. Christliche Mädchenschule ist ein ganzheitliches Konzept auf der Basis christlicher Werte. Wir sind davon überzeugt, dass eine solche Erziehung den Heranwachsenden gut tut und ihnen Chancen auf ein gelingendes, selbstbestimmtes Leben eröffnet.

An der Hildegardisschule nehmen alle Schülerinnen am katholischen oder evangelischen Religionsunterricht und an den regelmäßigen Gottesdiensten teil. Der Unterrichtstag wird mit einem gemeinsamen Gebet, Lied oder Textimpuls eröffnet. Dadurch erhalten die Schülerinnen die Chance, die Praxis eines christlichen Lebens kennen zu lernen und einzuüben. Sie erleben positive Vorbilder, können eine Offenheit für Spiritualität entwickeln und sich als Teil der Kirche fühlen. Dabei ist die Entwicklung eigener reflektierter Positionen in Fragen des Glaubens Erziehungsziel.

Wir nutzen den Gestaltungsspielraum der Privatschule im Sinne unseres Profils und des Leitbilds katholischer Schulen. Wir haben keinen strukturellen Unterrichtsausfall, sondern können den Pflichtunterricht vollständig abdecken. In Gruppen mit besonderem Differenzierungsbedarf setzen wir zusätzliche Lehrkräfte ein. Im Rahmen unseres „Profils am Vormittag“ ermöglichen wir ganzheitliches und fächerverbindendes Lernen in nach Neigungen gewählten Projekten. Auch in zahlreichen Festen der Schulgemeinschaft erweist sich die Schule als Lebensraum und Ort der Begegnung.

Dr. Ricarda Müller, Werner Kettel

Zum Weiterlesen:

Katholische Schulen im Bistum Mainz. Ein Positionspapier der Schulleiter und Schuleiterinnen der Katholischen Schulen im Bistum Mainz, hg. vom Bischöflichen Ordinariat Mainz, Dezernat Schulen und Hochschulen, Mainz 2016

Erziehung und Bildung im Geist der Frohen Botschaft. Sieben Thesen zum Selbstverständnis und Auftrag Katholischer Schulen, hg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 2016
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